Alles Bio – oder was?


In letzter Zeit ist die Diskussion um Biokraftstoffe neu entbrannt – steigende Nahrungsmittelpreise lassen daran zweifeln, ob es sinnvoll ist, aus knappen Ressourcen Kraftstoffe herzustellen.


Auf den ersten Blick ist es ja eine gute Sache aus nachwachsenden Rohstoffen Treibstoffe zu erzeugen und nicht auf knappe, fossile Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) zurückzugreifen, doch haben die letzten Monate und Jahre gezeigt, dass es auch eine dunkle Seite dieser strahlenden Entwicklung gibt. Es gibt diverse Arten von Biokraftstoffen, teilweise werden sie aus biogenen Abfällen, Mais, Raps, Futterrüben, Hanf, Chinaschilf, schnell wachsenden Bäume (Pappeln, Weiden), Zuckerrohr, Algen und noch einigen anderen erzeugt.

Problematisch wird das Ganze, wenn der Anbau von Energiepflanzen – einfach weil es lukrativer ist – den Nahrungsmittelanbau verdrängt, wie es z.B. bei Mais der Fall war. Im Allgemeinen ist es so, dass diese Pflanzen, bzw. die daraus erzeugten Biokraftstoffe, in reiche Industriestaaten, dabei vor allem Europa und die USA, exportiert werden, die Nahrungsmittelproduktion bleibt dahinter leider vielfach zurück. Die große Ausnahme stellt dabei Brasilien dar, wo 44% der Fahrzeuge mit Bioethanol fahren. Grund dafür ist, dass Zuckerrohr erstens in ausreichender Menge vorhanden ist und der Biotreibstoff sehr günstig produziert werden kann. In Südamerika sieht mensch auch die Kehrseite der Medaille: In Kolumbien entstand eine Mafia, die Bauern von ihrem Land vertreibt um dort Ölpalmen anzubauen; große Flächen Regenwald müssen neuen Plantagen für Energiepflanzen weichen.

Abschließend ist zu diesem Bioboom zu sagen, natürlich ist es eine gute Entwicklung in der Kraftstoffproduktion auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen, die einen kurzen Lebenszyklus haben, dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass sich CO2 Jahrzehnte bis Jahrhunderte in unserer Atmosphäre hält.

Vera Haberfellner

Quellen: www.focus.de, www.wikipedia.org

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