Marcus Rediker: Villains of all Nations. Atlantic Pirates in the Golden Age Verso

Marcus Rediker: Villains of all Nations. Atlantic Pirates in the Golden Age
Verso, Boston 2005

Während Johnny Depp und co. bald zum dritten Mal durch die Karibik segeln, beschäftigt sich der amerikanische Historiker Marcus Rediker in seinem 2004 erschienen Buch „Villains of All Nations. Atlantic Pirates in the Golden Age“ mit ihren historischen Gegenstücken.

Er kommt dabei zu interessanten Ergebnissen über das frühe achtzehnte Jahrhundert, die letzte große Epoche der Piraterie, in der Gestalten wie Blackbeard ihr Unwesen trieben. Detailliert analysiert er, warum sich Seeleute wie SklavInnen den Piratencrews anschlossen und setzt dies in Zusammenhang mit dem frühen kapitalistischen System. Ein typisches Motiv war die Möglichkeit der brutalen Disziplin der Kriegs- und Handelsschiffs zu entkommen. An Bord der Piratenschiffe gab es nicht nur mehr zu Essen und weniger zu tun, ebenso gab es genau festgelegte Mitspracherechte der Crew bei allen Belangen und eine soziale Absicherung für Verletzte.

Redikers Schlussfolgerung lautet daher, dass nicht nur ihre Raubzüge sondern auch ihre alternative Organisation als Bedrohung für die Regimes wahrgenommen wurde. Das führte zwar zu ihrem Untergang, doch auf der anderen Seite trug ihnen gerade das die Sympathien späterer Generationen zu.

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