Niklas Luhmann: Ökologische Kommunikation

Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?

Westdeutscher Verlag, 3. Auflage 1990

Der Theoretiker Niklas Luhmann beobachtete in den 1980ern mit „skeptischem Interesse“ die ökologischen Bewegungen der damaligen Zeit. In seinem Buch „Ökologische Kommunikation“ geht er der Frage nach warum es so schwer zu sein scheint, die Gesellschaft vor ihrer scheinbaren Selbstgefährdung durch selbstverursachte Umweltkatastrophen zu warnen, geschweige denn zu bewahren. Radikal konstruktivistisch diskutiert er anhand der Ökologiefrage die von ihm entworfene soziologische Systemtheorie und den autopeietischen Charakter von Kommunikation – die funktionale Differenzierung als zentrale Errungenschaft unserer Gesellschaft. Dann geht er dazu über, einzelne Funktionssysteme der Gesellschaft auf ihre Reaktionsmöglichkeiten auf Ökologieprobleme abzuklopfen: Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Politik, Religion, Erziehung. Dabei übt er explizit Kritik an den Grünen als Partei (und revidiert diese Kritik erst in späteren Werken, als die Grünen vor Regierungsbeteiligungen stehen…). Er liefert kein Konzept, die Umweltprobleme zu beenden, dafür aber eine innovative Gesellschaftsbeschreibung und zeigt die Ansatzpunkte für eine Veränderung auf. Und wer nach der Lektüre dieser Einführung Lust auf mehr elegantes und kreatives Herangehen an Gesellschaftsbeobachtung hat, der oder die kann sich von Luhmanns weiteren Werken inspirieren lassen.

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