Interview im STANDARD mit Aktivistin Lena

Für die Rondo-Beilage der STANDARD-Ausgabe vom 7.3. hat der STANDARD ein tolles Interview mit unserer Aktivistin Lena, Mitglied im Landesvorstand Steiermark, geführt. Wir veröffentlichen den sehr lesenswerten Text mit freundlicher Genehmigung des STANDARD:

Lena – „Engagiere mich politisch“

Irgendwann war mir klar, dass ich mich politisch engagieren möchte. Mit meinem Vater führte ich immer schon viele Diskussionen, er selbst ist aber nicht politisch tätig. Dann, vor etwa eineinhalb Jahren, kurz vor der Gemeinderatswahl in Graz, habe ich mich im Internet informiert, welche Möglichkeiten man hat, sich als Jugendliche politisch zu engagieren.

Ein Freund von mir war Mitglied bei den Jungen Grünen, und da bin ich einfach mitgegangen. Die meisten dort waren Studenten, sie kannten sich inhaltlich wesentlich besser aus als ich. Aber ich bin mir nicht blöd vorgekommen. Mittlerweile bin ich sogar schon im Landesvorstand in der Steiermark. Und das, obwohl ich erst in der sechsten Klasse bin. Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, aber dann, beim Haarewaschen, habe ich mir gedacht: Warum nicht?

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Lena Pfleger kommt aus Graz und ist seit eineinhalb Jahren bei den Jungen Grünen aktiv. Sie trägt einen Pullover von Anna-Sophie Berger, eine Hose von M Missoni und Schuhe von Dr. Martens.

Prinzipiell tu ich mir leicht mit Leuten, ich bin sehr offen, wenn ich jemanden Neues kennenlerne. Meine Freunde finden es super, dass ich mich politisch engagiere, letztes Jahr sind einige von ihnen sogar zum Sommercamp der Jungen Grünen mitgekommen. Da wird dann viel diskutiert, Workshops werden organisiert, Projekte angedacht. Das Thema, das mir am meisten am Herzen liegt, ist Gleichberechtigung. Ob es jene von Frauen ist oder auch von Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung oder einen anderen ethnischen Hintergrund haben. Die vielen Ungerechtigkeiten, die es in diesem Bereich gibt, regen mich auf.

„Freundschaftliches Verhältnis zur Partei“

Aber ich setze mich auch gegen rechts ein, und natürlich war ich auch bei der Demo gegen den Burschenschafterball in Wien. Diese ganzen Diskussionen hinterher, das war was. Ich fand das ziemlich daneben, wie die Kommunikation abgelaufen ist. Sich gegenseitig über die Presse Dinge auszurichten, das ist nicht die feine Art. Der Partei hat es sicher geschadet. Ob auch den Jungen Grünen, das weiß ich nicht. Zumindest kennt man sie jetzt, wenngleich sie für viele natürlich negativ besetzt sind.

Viele denken ja, unser Verhältnis zur Partei sei sehr eng, aber das stimmt nicht. Ich würde sagen, es ist ein freundschaftliches, aber ein kritisches Verhältnis. Mir ist die Partei oft einfach zu bürgerlich, da passiert zu wenig.

O. k., ich komme selbst auch aus einer bürgerlichen Familie, beide Eltern haben studiert, mein Vater ist Elektrotechniker, meine Mutter Sekretärin. Aber sie sind sehr unkonventionell, nach meiner Geburt haben sie sich getrennt, aber wir haben noch zehn Jahre zusammen in derselben Wohnung gewohnt. Dann ist meine Mutter ausgezogen, wir wohnen aber immer noch alle in der gleichen Grazer Siedlung. Unter der Woche bin ich bei meiner Mutter – nachdem meine Mutter aber weder einen Fernseher noch eine Waschmaschine hat, gehen wir zum Fernsehen und Waschen immer zum Papa. (Aufgezeichnet von Stephan Hilpold)

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